Das Perchtenmasken schnitzen ist ein uraltes Kunsthandwerk aus dem Alpenraum. Bis heute begeistert die Tradition Menschen, die sich für Kultur, Mystik, Holzkunst oder Brauchtum interessieren. In diesem Guide erfährst du Schritt für Schritt, wie du deine eigene Maske anfertigst – von der Holzvorbereitung bis zur perfekten Verzierung.
Was sind Perchtenmasken?
Perchtenmasken sind kunstvoll geschnitzte Holzmasken, die während der winterlichen Perchtenläufe getragen werden. Der Brauch stammt aus Österreich, Bayern, Südtirol und Teilen Sloweniens. Die Masken stellen entweder Schönperchten oder Schiachperchten dar.
Die Tradition der Perchten
Perchten sollen nach altem Glauben Wintergeister vertreiben, Glück bringen und das Böse fernhalten. Besonders in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Dreikönig spielt der Brauch eine große Rolle.
Schönperchten vs. Schiachperchten
Schönperchten: Anmutig, freundlich, warme Farbtöne
Schiachperchten: Furchteinflößend, verzerrte Gesichter, Hörner, Krallen
Beide haben ihre eigene Bedeutung – doch sie eint dieselbe tiefe Verwurzelung im alpinen Brauchtum.
Warum Perchtenmasken schnitzen eine besondere Kunst ist
Historische Entwicklung
Seit Jahrhunderten schnitzen Handwerker Masken als Symbol der Naturkräfte. Jede Region hat ihre eigene Stilrichtung, von elegant bis bedrohlich.
Moderne Bedeutung
Heute verbinden Maskenschnitzer traditionelle Techniken mit moderner Kreativität. Umzüge wie in Tirol, Salzburg oder Südtirol locken jedes Jahr Tausende Besucher an und bringen neue Trends hervor.
Die wichtigsten Materialien zum Perchtenmasken schnitzen
Die besten Holzsorten
Beim Perchtenmasken schnitzen eignen sich besonders:
Zirbenholz – leicht zu bearbeiten, angenehm duftend
Lindenholz – feine Struktur, ideal zum Detailarbeiten
Erle – robust und splitterarm
Grundwerkzeuge
Ein typisches Schnitz-Set umfasst:
Schnitzmesser in verschiedenen Größen
Hohleisen & Stechbeitel
Klüpfel
Raspeln & Feilen
Schleifpapier (Körnung 80–240)
Sicherheitsausrüstung
Nie ohne:
Schnittschutzhandschuhe
Schutzbrille
Atemschutzmaske (Holzstaub!)
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Perchtenmasken schnitzen
1. Holzvorbereitung
Das Holz sollte mindestens 1–2 Jahre trocken gelagert sein. Danach wird es grob in die gewünschte Maskenform gesägt.
2. Grobe Form herausarbeiten
Hier entsteht die Grundkontur – Stirn, Wangen, Kinn. Große Eisen und Messer sind ideal.
3. Feinarbeit
Jetzt werden Augenhöhlen, Zähne, Narben, Falten und Charakterzüge geschnitzt. Dieser Schritt erfordert Geduld, Gefühl und gutes Licht.
4. Schleifen & Ölen
Schleifpapier glättet die Oberfläche. Öle wie Leinöl oder spezielle Holzlasuren schützen das Material.
5. Bemalen
Traditionell mit Naturpigmenten – heute oft mit Acrylfarben. Die Bemalung bringt Lebendigkeit und Tiefe.
6. Verzieren
Hörner, Fell, Zähne, Knochen oder Metallteile geben der Maske ihren finalen Ausdruck.
Tipps von Profis
Häufige Fehler:
Gegen die Faser schnitzen → führt zu Rissen
Unzureichend getrocknetes Holz
Zu viel Druck beim Feinschliff
Pflege einer Maske:
Trocken und kühl lagern
Nicht direkter Sonne aussetzen
Regelmäßig einölen, um Risse zu verhindern
Wo du Masken & Kurse findest
Viele Schnitzschulen bieten Workshops an – besonders in Tirol & Salzburg. Außerdem findest du auf Plattformen wie traditionellen Brauchtumsvereinen wertvolle Infos.
Externer Link:
👉 https://www.tirol.at/kultur-und-tradition (kulturelle Infos über Alpenbrauchtum)
FAQ – Häufige Fragen
1. Wie lange dauert es, eine Perchtenmaske zu schnitzen?
Zwischen 20 und 80 Stunden – je nach Detailgrad.
2. Welches Holz ist am besten?
Zirbe und Linde gehören zu den beliebtesten Holzarten.
3. Braucht man Erfahrung?
Nein. Auch Anfänger können mit einfachen Formen beginnen.
4. Muss die Maske bemalt werden?
Nein, naturbelassene Masken sind ebenfalls traditionell.
5. Wie pflege ich die Maske?
Kühl lagern und alle 1–2 Jahre leicht ölen.
6. Welche Werkzeuge sollte ein Anfänger kaufen?
Ein Basisset aus Schnitzmessern, Hohleisen und Schleifpapier reicht völlig.


